Er hat gerade mal wieder stattgefunden: Der Palio in Siena. Ein riesiges Spektakel, und wer zufällig zu dieser Zeit in Siena ist und rechtzeitig da ist, um überhaupt einen Platz zu ergattern, wird dieses Ereignis wohl nie mehr vergessen.
Es hat viel zu tun mit Tradition, Stolz und Aufbegehren gegen die Obrigkeit. Palio heißt in Siena sowohl das Pferderennen als auch das Seidensiegesband, das am Ende des Rennens von den “Conradaioli” reklamiert wird. Die siebzehn Contraden sind Organe mit eigenem Territorium, die entstanden, als sich die Stadt selbst bildete.
Der Palio, das Pferderennen, findet am 2. Juli und am 16. August statt; es ist keine feierliche Veranstaltung, die dem täglichen Leben fernsteht. Das Fest ist der Jungfrau Maria geweiht, der Schutzpatronin der Stadt, und zwar im Juli der Santa Maria di Provenzano und im August Maria Himmelfahrt.
Die ersten Anfänge des Palio reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Wenn die Senesen in den zwei Tagen des Palio außer sich geraten, so deswegen, weil sich in wenigen Augenblicken Jahre ängstlicher Enwartungen, Opler und Hoffnungen zu höchster Spannung verdichten; weil der Palio zugleich Glück oder Unglück bedeuten kann. Der Palio ist ein Pferderennen ohne materiellen Gewinn, trotzdem erweckt dieses Rennen in den Senesen die glühendeste Anteilnahme, die man sich vorstellen kann.
Ach ja: Gewonnen haben dieses Jahr die Stadtteile ISTRICE (= Stachelschweine, am 2.Juli) und BRUCO (= Raupen, am 16. August). Wer sich das farbenfrohe Spektakel mal ansehen möchte, einfach hier klicken:
http://www.ilpalio.org/provenzano08.htm